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Forschungsblatt · Reise

Angeln am Baikalsee: Regeln und Eisangeln

Fischereiregeln, Omul-Abschnitte, Schonzeiten und Eisangeln im Überblick

Bereich
Reise
Stand
· 7 Min. Lesezeit
Rundes Bohrloch im dicken Klareis mit einer dünnen Angelschnur, daneben Eissplitter und eine kleine Eisangel
Abb. 1Eisangeln ist am See verbreitet. Symbolbild
Kurz gesagt

Angeln ist am Baikalsee erlaubt, aber streng geregelt. Maßgeblich sind die Fischereiregeln für das Baikal-Fischereibecken von 2020, verlängert bis 2032. Omul darf nur an festgelegten Abschnitten gefangen werden, meist ab 1. Februar vom Eis. Taimen, Lenok und Störe sind geschützt, für andere Arten gelten Schonzeiten, Mindestmaße und Tageslimits.

Welche Regeln gelten für Angler am Baikalsee?

Die Fischereiregeln für das Baikal-Fischereibecken, die das russische Landwirtschaftsministerium am 24. April 2020 erlassen hat (Verordnung Nr. 226). Sie gelten für den See mit allen Zuflüssen, die Angara mit ihren Stauseen und die übrigen Gewässer der Oblast Irkutsk, Burjatiens und der Region Transbaikalien, ausdrücklich auch für Ausländer, die als Freizeitangler fischen. Ursprünglich bis zum 1. September 2026 befristet, wurden sie mit einer Verordnung vom 6. November 2025 bis zum 1. September 2032 verlängert. Den rechtlichen Rahmen setzt das Bundesgesetz über die Freizeitfischerei von 2018.

Für Freizeitangler sind vor allem die Vorschriften zum Gerät wichtig. Verboten sind Netze aller Art, Zugnetze und Fallen, ebenso mehr als zehn Haken je Person an Angeln und Spinnruten, an Legangeln oder an schwimmenden Raubfischangeln. Eine Bormasch-Angel, die traditionelle Handangel mit Flohkrebsen als Köder, darf höchstens fünf Haken tragen. Untersagt sind außerdem das Reißen mit Haken, das Treiben von Fischen, Licht zum Anlocken bei Dunkelheit vom Boot oder vom Eis aus sowie Elektrizität, Sprengstoff und Gift. Beim Schleppen vom Ruder-, Segel- oder Motorboot sind höchstens zwei Kunstköder je Boot erlaubt.

Auf verpachteten Angelstrecken braucht man eine Berechtigung des Pächters, die Putjowka, und einen Ausweis. Wo keine Pacht besteht, gelten die Tageslimits für das Angeln ohne Putjowka. Wie die Fischerei am See insgesamt organisiert ist, beschreibt die Seite über die Fischerei am Baikalsee.

Darf man am Baikalsee Omul angeln?

Ja, aber nur an bestimmten Abschnitten und zu bestimmten Zeiten. Grundsätzlich ist der Fang des Omul im See und in seinen Zuflüssen verboten; eine Ausnahme macht Anhang 6 der Regeln für Freizeitangler. Als die Behörden den industriellen Fang zum 1. Oktober 2017 stoppten, durften Angler zunächst nur noch vom Eis mit der Bormasch-Angel fischen. Seit 2022 sind zusätzlich kurze Sommerfenster zugelassen. Die Hintergründe des Verbots stehen auf der Seite über den Omul und das Fangverbot.

ZeitAbschnitte laut Anhang 6 (Auswahl)Hinweis
1. Februar bis EisaufbruchNordbaikal nördlich der Linie Kap Omagatschan–Kap Bolsodei, Bargusin-Bucht, Tschiwyrkui-Bucht, Abschnitt Baldakowa–Charaus vor der Selenga, Abschnitt im Kleinen MeerEisangeln; Sperrgebiete bleiben ausgenommen
15. bis 30. Junibei Nischneangarsk und zwischen Kap Onokotschanski und Kap Krasny Jar im Nordentäglich 5 bis 22 Uhr Ortszeit
20. Juni bis 5. JuliAbschnitt Kap Cholodjanki–Wtoraja Wyschka am Ostufertäglich 5 bis 22 Uhr Ortszeit
1. bis 15. JuliAbschnitte am mittleren Ostufer und zwischen Murino und Utulik im Südentäglich 5 bis 22 Uhr Ortszeit

Ein Omul muss mindestens 20 Zentimeter lang sein, gemessen von der Schnauze bis zum Ansatz der mittleren Schwanzflossenstrahlen; kleinere Fische sind sofort lebend zurückzusetzen. Zusammen mit Renke, Äsche und anderen Lachsfischen gilt ein Tageslimit von 5 Kilogramm. Die Mengen sind dennoch erheblich: Für 2025 schätzte das Fischereiforschungsinstitut VNIRO den Omulfang beim Eisangeln auf rund 145 Tonnen, das Ministerium für Naturressourcen nannte für den gesamten Freizeitfang rund 185 Tonnen.

Ruhige Flussmündung am frühen Morgen mit Nebel, Kiesbank und Weidengebüsch
Abb. 2Flussmündungen am frühen Morgen. Symbolbild

Welche Fische kann man angeln, und welche sind geschützt?

Erlaubt sind vor allem Barsch, Plötze, Hasel, Hecht, Aland, Äsche und die Baikal-Renke, mit Mindestmaßen für die größeren Arten. Ganz geschützt sind alle Störe, im Baikalbecken auch Taimen und Lenok, die in den Zuflüssen leben und in den Roten Büchern Burjatiens und der Oblast Irkutsk stehen. Die Baikalrobbe darf nach den Regeln ebenfalls nicht gefangen werden. Welche Arten in welchem Teil des Sees vorkommen, zeigt die Übersicht über die Fische im Baikalsee.

ArtMindestmaßTageslimit (ohne Putjowka)
Omul20 cm5 kg zusammen mit Renke, Äsche, Lenok, Taimen
Baikal-Renke (im See)36 cmwie Omul
Äsche25 cmwie Omul
Hecht42 cm10 kg zusammen mit Amurkarpfen
Amurkarpfen33 cmwie Hecht
Aland33 cm20 kg mit allen übrigen Arten
Barsch, Plötze, Haselkein Mindestmaß20 kg mit allen übrigen Arten
Bormasch (Flohkrebse als Köder)–5 kg
Taimen, Lenok im BaikalbeckenFang verboten–

Die Tageslimits gelten je Person und Tag; wer länger als einen Tag am Wasser bleibt, darf höchstens zwei Tageslimits mitnehmen. Ist ein einzelner Fisch schwerer als das Limit, darf man nur diesen einen behalten. Beifang geschützter Arten muss möglichst unverletzt zurück ins Wasser.

Wann gelten Schonzeiten und Sperrgebiete?

Für die Äsche überall vom 25. April bis zum 25. Juni, für viele Buchten und Flüsse in den Laichzeiten des Frühjahrs und Herbstes. Während der allgemeinen Schonzeiten bleibt Angeln mit einer einzigen Rute und höchstens zwei Haken vom Ufer ohne Boot oder vom Eis aus erlaubt. Für Omul, Renke und Hecht gelten in manchen Gebieten zusätzliche Verbote.

GebietVerbotZeitraum
Fischereibezirk Nordbaikalalle Arten20. August bis 15. November
Angarski Sor, Obere Angara, Kitschera, Irkana-Seealle Arten1. Mai bis 30. Juni
Possolski Sor, Sor Tscherkalowo, Selenga mit Deltaalle Arten25. April bis 30. Juni und 15. August bis 15. November
Tschiwyrkui-Bucht und Zuflüssealle ArtenEisaufbruch bis 20. Juni
Bargusin und 3 km um die Mündungalle ArtenEisaufbruch bis 5. Juli und 15. August bis 31. Oktober
Buchten am Kleinen Meer (u. a. Muchur, Kurkut)alle Arten25. April bis 30. Juni
Selenga-Delta, Frolicha-Bucht, Teile der Tschiwyrkui-Buchtalle Artenganzjährig

Die Tabelle nennt nur eine Auswahl. Weitere Schonzeiten gelten etwa für die Bucht Proval, für einen Abschnitt am Südwestufer zwischen Kap Goloustny und Kap Aja und für die Winterlager der Fische, deren Lage ein eigener Anhang festlegt.

Was gilt beim Eisangeln?

Eisangeln ist die häufigste Form des Angelns am Baikal, an Winterwochenenden zählte das VNIRO 2025 mindestens 2.000 Menschen auf dem Eis. Die Saison beginnt, sobald das Eis trägt, meist im Februar; für Omul gilt an den freigegebenen Abschnitten der 1. Februar als frühester Termin. Geangelt wird durch gebohrte Löcher mit kurzen Ruten oder der Bormasch-Angel, die auch in Schonzeiten erlaubt bleibt, solange es bei einer Rute mit höchstens zwei Haken bleibt. Licht zum Anlocken ist nachts verboten.

Gefährlicher als jede Regel ist das Eis selbst. Es ist auch im Hochwinter nicht überall gleich dick, Risse, Eishügel und Stellen über Gasquellen bleiben tückisch, und ab April verliert es seine Festigkeit. Was Fachstellen wie der Katastrophenschutz zur Mindestdicke und zum Verhalten auf dem See sagen, fasst die Seite Winter auf dem Eis zusammen. Mit Fahrzeugen sind nur die offiziell freigegebenen Eisübergänge befahrbar.

Was gilt in Nationalparks, und welche Strafen drohen?

In Schutzgebieten gelten zusätzliche Regeln. Im Pribaikalski-Nationalpark am Westufer ist Freizeitangeln nur mit besonderer Erlaubnis der Parkverwaltung Sapowednoje Pribaikalje gestattet; im Baikal-Lena-Reservat sind Fischen und schon das Mitführen von Angelgerät verboten. Für den Sabaikalski-Nationalpark mit der Tschiwyrkui-Bucht gilt eine eigene Parkordnung der Verwaltung Sapowednoje Podlemorje.

Wer gegen die Fischereiregeln verstößt, zahlt nach Artikel 8.37 des Ordnungswidrigkeitengesetzes 2.000 bis 5.000 Rubel; Boot und Gerät können eingezogen werden. Als Straftat nach Artikel 256 des Strafgesetzbuchs gilt illegaler Fang, wenn er großen Schaden anrichtet, mit Motorboot, Sprengstoff oder Strom, an Laichplätzen oder Wanderwegen oder in Schutzgebieten begangen wird; dann drohen Geldstrafen von 300.000 bis 500.000 Rubel oder bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Kontrolliert wird von der Angara-Baikal-Territorialverwaltung der Fischereibehörde Rosrybolowstwo und von den Schutzgebietsverwaltungen.

Für Reisende gilt zudem: Das Auswärtige Amt warnt mit Stand 21. Oktober 2026: „Vor Reisen in die Russische Föderation wird gewarnt.“ Was das praktisch bedeutet, beschreibt die Seite zur Reiselage am Baikalsee. Diese Seite nennt keine Anbieter von Angelreisen.

Häufige Fragen zum Angeln am Baikalsee

Braucht man als Ausländer einen Angelschein?

Die Fischereiregeln sehen keinen allgemeinen Angelschein vor, sie gelten aber ausdrücklich auch für Ausländer. Auf verpachteten Strecken braucht man eine Putjowka des Pächters, in Nationalparks eine Erlaubnis der Parkverwaltung. Unabhängig davon gelten Reisewarnung und Einreiseregeln.

Darf man vom Boot aus angeln?

Ja, außerhalb der Sperrgebiete und Schonzeiten. Beim Schleppen sind höchstens zwei Kunstköder je Boot erlaubt. In den allgemeinen Schonzeiten ist nur das Angeln vom Ufer ohne Boot oder vom Eis gestattet.

Kann man im Sommer Omul angeln?

Nur an wenigen Abschnitten und in kurzen Fenstern zwischen Mitte Juni und Mitte Juli, täglich von 5 bis 22 Uhr Ortszeit. Ansonsten ist der Omulfang für Angler auf das Eisangeln ab dem 1. Februar beschränkt.

Darf man Taimen fangen und wieder freilassen?

Im Baikalbecken ist der Fang von Taimen und Lenok verboten. Geht einer an den Haken, muss er möglichst unverletzt zurück ins Wasser. Die Regeln kennen für diese Arten keine Ausnahme zum Fangen und Zurücksetzen.

Was passiert mit zu kleinen Fischen?

Sie müssen sofort und lebend zurückgesetzt werden. Gemessen wird am frischen Fisch von der Schnauzenspitze bei geschlossenem Maul bis zum Ansatz der mittleren Schwanzflossenstrahlen.

Quellen: Rosrybolowstwo: Fischereiregeln für das Baikal-Fischereibecken, Verordnung Nr. 226 (konsolidierte Fassung); Verordnung Nr. 719 vom 6. November 2025: Verlängerung bis 2032 (Amtliches Portal für Rechtsinformation); Sapowednoje Pribaikalje: Regeln für Besucher; Ordnungswidrigkeitengesetz, Artikel 8.37 (Konsultant Plus); Strafgesetzbuch, Artikel 256 (Konsultant Plus); Bulatow et al. (2025), Woprossy rybolowstwa; Rossijskaja Gaseta, 12. Oktober 2026; Rosrybolowstwo, 22. September 2017; Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Russische Föderation (Stand 21.10.2026). Stand: Oktober 2026.

Baikalsee.info

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