Am Ufer des Baikalsees liegen nur wenige größere Orte. Die größte Ufersiedlung ist Sewerobaikalsk im Norden mit gut 24.000 Einwohnern, gefolgt von Sljudjanka und Baikalsk im Süden. Die Großstädte Irkutsk und Ulan-Ude liegen 60 bis 80 Kilometer vom See entfernt. Dazwischen reihen sich Dörfer, Bahnstationen und die bewohnte Insel Olchon.
Welche Orte liegen am Baikalsee?
Am Baikalsee liegen wenige Städte und eine Reihe kleiner Dörfer, die sich auf einige Uferabschnitte konzentrieren. Die Städte Sljudjanka, Baikalsk und Babuschkin säumen das Südufer entlang der Transsibirischen Eisenbahn, Sewerobaikalsk und Nischneangarsk das Nordende an der Baikal-Amur-Magistrale. Dazwischen erstrecken sich Hunderte Kilometer Ufer mit nur einzelnen Siedlungen, manche davon ohne Straßenanschluss.
Die beiden großen Städte der Region liegen nicht am See. Irkutsk, mit 617.264 Einwohnern bei der Volkszählung 2021 die größte Stadt, steht rund 60 bis 70 Kilometer flussabwärts an der Angara. Ulan-Ude, die Hauptstadt Burjatiens mit 437.565 Einwohnern, liegt rund 75 bis 80 Kilometer östlich des Ufers an der Selenga. Beide Städte sind trotzdem eng mit dem See verbunden: Über sie laufen die Straßen und Bahnen, die zum Ufer führen, und dort sitzen die Behörden und Forschungseinrichtungen, die den Baikal verwalten und untersuchen.
Für die Gliederung in diesem Atlas wird das Ufer in fünf Abschnitte geteilt: den Südwesten zwischen dem Ausfluss der Angara und Port Baikal, das Südufer von Kultuk bis Babuschkin, das lange Westufer mit dem Kleinen Meer und der Insel Olchon, das Ostufer vom Selenga-Delta bis zur Halbinsel Swjatoi Nos und den Norden um Sewerobaikalsk. Diese Einteilung folgt den natürlichen Räumen und den Verkehrswegen, nicht den Verwaltungsgrenzen. Wo die Orte genau liegen, zeigt auch die Karte des Baikalsees mit Orten und Bahnlinien.
| Ort | Uferabschnitt | Einwohner (Jahr) | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|---|
| Irkutsk | Angara, rund 60–70 km vom See | 617.264 (2021) | Gebietshauptstadt, gegründet 1661 |
| Listwjanka | Südwesten, Angara-Ausfluss | 1.936 (2021) | Siedlung städtischen Typs, Forschungsstation und Baikal-Museum |
| Bolschije Koty | Südwesten | 59 (2010) | Dorf ohne Straßenanschluss, biologische Station |
| Kultuk | Süden, Südwestspitze | 3.408 (2021) | Siedlung an der Transsib, Namensgeber eines Windes |
| Sljudjanka | Süden, Südwestspitze | 18.058 (2021) | Kreisstadt, Bahnknoten, Beginn der Circum-Baikal-Bahn |
| Baikalsk | Süden | 13.199 (2021) | Stadt des 2013 stillgelegten Zellstoffwerks |
| Babuschkin | Süden, Südostufer | 4.368 (2021) | bis 1941 Mysowsk, früherer Fährhafen der Bahn |
| Sachjurte | Westufer, Olchonskije Worota | 224 (2010) | Fährstelle nach Olchon |
| Chuschir | Insel Olchon | 1.251 (2010) | Hauptort der Insel, Schamanenfelsen |
| Onguren | Westufer nördlich des Kleinen Meeres | 423 (2010) | abgelegenes Dorf an der Küste |
| Ust-Bargusin | Ostufer, Mündung des Bargusin | 6.193 (2021) | größter Ort am Ostufer, vor Swjatoi Nos |
| Turka | Ostufer | 1.450 (2010) | Dorf an der Mündung der Turka |
| Sewerobaikalsk | Norden | 24.233 (2021) | größte Stadt am Ufer, an der BAM |
| Nischneangarsk | Norden | 3.891 (2021) | Kreissitz am Nordende, nahe der Oberen Angara |
| Ulan-Ude | Selenga, rund 75–80 km vom See | 437.565 (2021) | Hauptstadt Burjatiens, gegründet 1666 |
Die Zahlen stammen aus der russischen Volkszählung 2021; für Orte unter 3.000 Einwohnern veröffentlicht die Statistikbehörde in dieser Übersicht keine Einzelwerte, dort ist die Zählung von 2010 angegeben.

Was prägt das Südwest- und das Südufer?
Der Süden ist der am dichtesten besiedelte Teil des Ufers, weil hier Bahn und Fernstraße am See entlangführen. Am Südwestende tritt die Angara aus dem See aus. Am rechten Ufer des Ausflusses liegt Listwjanka, das sich mit seinen Holzhäusern in mehrere Seitentäler hineinzieht und bei der Zählung 2021 1.936 Einwohner hatte. Gegenüber, am linken Ufer, liegt Port Baikal, der frühere Fährhafen der Eisenbahn. Weiter nordöstlich folgen nur noch kleine Uferdörfer wie Bolschije Koty, das keine Straßenverbindung hat und vor allem als Standort biologischer Forschungsstationen bekannt ist. Mehr über das Dorf am Angara-Ausfluss steht auf der Seite Listwjanka, über die Gebietshauptstadt auf der Seite Irkutsk an der Angara.
Das Südufer beginnt an der Südwestspitze mit Kultuk und Sljudjanka. Sljudjanka, mit 18.058 Einwohnern die größte Stadt der Oblast Irkutsk am See, ist ein Bahnknoten der Transsib und Ausgangspunkt der historischen Circum-Baikal-Bahn nach Port Baikal. Der Name geht auf den Glimmer zurück, russisch sljuda, der in der Umgebung abgebaut wurde. Rund 35 Kilometer weiter östlich liegt Baikalsk, das als Siedlung des Zellstoffwerks entstand. Das Werk galt jahrzehntelang als größte einzelne Schadstoffquelle am See und stellte am 25. Dezember 2013 den Betrieb ein. Die Stadt mit 13.199 Einwohnern zählt seither zu den russischen Monostädten in schwieriger wirtschaftlicher Lage.
Jenseits der Grenze nach Burjatien folgen an der Bahnlinie Wydrino, Tanchoi mit der Verwaltung des Baikal-Reservats und Babuschkin, das bis 1941 Mysowsk hieß. Vor dem Bau der Uferbahn landeten hier die Eisenbahnfähren aus Port Baikal an. Östlich davon öffnet sich die Ebene des Selenga-Deltas, an deren Rand das Dorf Possolskoje liegt.
Welche Orte liegen am Westufer und auf Olchon?
Das Westufer zwischen Listwjanka und dem Kleinen Meer ist steil und nur an wenigen Stellen bewohnt, etwa in Bolschoje Goloustnoje an der Mündung der Goloustnaja. Erst in der Mitte des Sees, wo sich zwischen der Primorski-Kette und dem Wasser ein niedrigeres, von Steppe bedecktes Küstenland schiebt, liegen wieder mehrere Dörfer. Hier gehört das Ufer zum Olchonski-Rajon mit dem Verwaltungssitz Jelanzy, das rund 40 Kilometer von der Fährstelle Sachjurte entfernt im Landesinneren liegt, und zum größten Teil zum Pribaikalski-Nationalpark.
Mittelpunkt dieses Abschnitts ist die Insel Olchon, die einzige ständig bewohnte Insel des Sees. Ihre neun Siedlungen bilden die Gemeinde Chuschir, die bei der Volkszählung 2021 1.921 Einwohner zählte. Fast alle leben an der Westküste, die zum Kleinen Meer hin flach abfällt, die meisten im Hauptort Chuschir. Knapp nördlich davon ragt der Schamanenfelsen am Kap Burchan ins Wasser, ein heiliger Ort der Burjaten. Die Nordspitze der Insel bildet das Kap Choboi. Zwischen Insel und Festland liegt das Kleine Meer, eine flache, im Sommer wärmere Meerenge, an deren Festlandufer Dörfer wie Sachjurte und Kurkut liegen. Die ganze Insel beschreibt die Seite Olchon, die größte Insel im Baikalsee.
Nördlich des Kleinen Meeres wird das Westufer wieder menschenleer. Das Dorf Onguren mit gut 400 Einwohnern ist eine der wenigen Siedlungen, danach folgen bis in die Nähe von Sewerobaikalsk vor allem Schutzgebiete, darunter das Baikal-Lena-Reservat. Auf diesem Abschnitt gibt es keine durchgehende Uferstraße.
Welche Orte liegen am Ost- und am Nordufer?
Das Ostufer gehört ganz zur Republik Burjatien und ist flacher und sandiger als die Westseite. Vom Selenga-Delta aus reihen sich Dörfer wie Gremjatschinsk, Turka und Maksimicha an einer Straße entlang, die von Ulan-Ude kommend das Ufer erreicht. Der größte Ort ist Ust-Bargusin an der Mündung des Bargusin mit 6.193 Einwohnern im Jahr 2021. Nördlich des Ortes trennt die Bargusin-Bucht das Festland von der Halbinsel Swjatoi Nos; auf deren anderer Seite liegt in der Tschiwyrkui-Bucht das kleine Dorf Kurbulik. Mitten im See vor der Halbinsel liegen die unbewohnten Uschkani-Inseln, Liegeplätze der Baikalrobbe. Die Halbinsel selbst beschreibt die Seite Halbinsel Swjatoi Nos. Nördlich davon folgen am Ostufer weite Abschnitte ohne Dörfer, die im Bargusin-Reservat und im Sabaikalski-Nationalpark unter Schutz stehen.
Ulan-Ude ist für das Ostufer, was Irkutsk für das Westufer ist: der Ausgangspunkt der Straßen und der Sitz der Verwaltung. Die Stadt entstand 1666 als Udinskoje an der Mündung der Uda in die Selenga. Ihre Geschichte, ihre Bevölkerung und ihre Rolle für den Buddhismus in Russland behandelt die Seite Ulan-Ude, Hauptstadt Burjatiens.
Am Nordende liegen die beiden Siedlungen, die mit der Baikal-Amur-Magistrale gewachsen sind. Sewerobaikalsk entstand in den 1970er-Jahren als Siedlung der Bahnbauer, ist seit 1980 Stadt und mit 24.233 Einwohnern heute der größte Ort am ganzen Ufer. Rund 25 Kilometer nordöstlich liegt Nischneangarsk, der Sitz des Rajons Sewerobaikalski, mit 3.891 Einwohnern im Jahr 2021. Davor erstreckt sich die schmale Sandinsel Jarki, die das Delta der Oberen Angara vom offenen See trennt.

Wie sind die Orte durch Bahn und Straße verbunden?
Am See gibt es nur zwei Bahnlinien, eine im Süden und eine im Norden. Die Transsibirische Eisenbahn erreicht den See von Irkutsk aus bei Sljudjanka und folgt dann über rund 200 Kilometer dem Südufer bis hinter Babuschkin, bevor sie ins Tal der Selenga nach Ulan-Ude abbiegt. Ihr ursprünglicher Verlauf entlang der Angara und des steilen Südwestufers ist als Circum-Baikal-Bahn erhalten, ein rund 89 Kilometer langer Abschnitt zwischen Sljudjanka und Port Baikal. Im Norden berührt die Baikal-Amur-Magistrale das Ufer bei Sewerobaikalsk und Nischneangarsk.
Das Straßennetz ist dünn. Die Fernstraße R258 „Baikal“ verbindet Irkutsk über Sljudjanka und Baikalsk mit Ulan-Ude und Tschita. Zu den übrigen Uferabschnitten führen einzelne Stichstraßen: von Irkutsk nach Listwjanka, über Jelanzy zur Fährstelle Sachjurte und weiter nach Olchon, von Ulan-Ude zum Ostufer bis Ust-Bargusin. Eine Straße rund um den See gibt es nicht. Viele Uferorte waren lange nur auf dem Wasserweg erreichbar, im Winter auch über das Eis.
Verwaltet werden die Uferorte von zwei Föderationssubjekten. Zur Oblast Irkutsk gehören die Rajons Sljudjanski, Irkutski und Olchonski am West- und Südwestufer, zur Republik Burjatien unter anderem die Rajons Kabanski, Pribaikalski, Bargusinski und Sewerobaikalski sowie die Stadt Sewerobaikalsk. Was das für den Schutz des Sees bedeutet und wie sich das Ufer verteilt, erklärt die Seite Baikalsee und Russland; den größeren geografischen Rahmen beschreibt die Seite Der Baikalsee in Sibirien.
Welche Orte beschreibt diese Station ausführlich?
Die Station „Orte“ stellt die Inseln, Kaps und Siedlungen vor, die für das Verständnis des Sees besonders wichtig sind. Die Seiten beschreiben Lage, Geschichte, Landschaft und Kultur. Sie sind keine Reiseführer; zur aktuellen Reiselage gilt der Hinweis oben auf dieser Seite.
- Olchon, Chuschir, der Schamanenfelsen, Kap Choboi und das Kleine Meer bilden das Zentrum des Westufers.
- Irkutsk und Listwjanka stehen für den Südwesten und den Ausfluss der Angara.
- Ulan-Ude steht für das burjatische Ostufer und das Tal der Selenga.
- Swjatoi Nos und die Uschkani-Inseln stehen für die Mitte des Sees und das Ostufer.
Einen Überblick über alle 27 Inseln, von Olchon bis zur Sandinsel Jarki, gibt die Seite Inseln im Baikalsee.
Häufige Fragen zu den Orten am Baikalsee
Was ist der größte Ort direkt am Baikalsee?
Der größte Ort am Ufer ist Sewerobaikalsk am Nordende mit 24.233 Einwohnern bei der Volkszählung 2021. Es folgen Sljudjanka mit 18.058 und Baikalsk mit 13.199 Einwohnern im Süden. Irkutsk und Ulan-Ude sind viel größer, liegen aber nicht am See.
Liegt Irkutsk am Baikalsee?
Nein. Irkutsk liegt an der Angara, rund 60 bis 70 Kilometer vom Ufer bei Listwjanka entfernt. Die Stadt gilt dennoch als wichtigster Zugang zum Westufer, weil von dort die Straßen nach Listwjanka, nach Sljudjanka und zum Kleinen Meer abgehen.
Wie viele Menschen leben am Baikalsee?
Eine amtliche Gesamtzahl für das Ufer gibt es nicht, weil die Statistik nach Gemeinden und Kreisen zählt, die oft weit ins Hinterland reichen. Zählt man die Uferorte der Tabelle ohne Irkutsk und Ulan-Ude zusammen, ergibt das knapp 80.000 Menschen; hinzu kommen zahlreiche kleine Dörfer, die dort nicht aufgeführt sind.
Ist Olchon bewohnt?
Ja. Olchon ist die einzige ständig bewohnte Insel des Sees. Ihre neun Siedlungen zählten bei der Volkszählung 2021 zusammen 1.921 Einwohner, die meisten davon im Hauptort Chuschir an der Westküste.
Warum ist das Ufer so dünn besiedelt?
Große Teile des Ufers sind steil, bewaldet und schwer zugänglich, und über weite Strecken fehlen Straßen. Hinzu kommt, dass rund um den See mehrere Nationalparks und Reservate liegen, in denen nur eingeschränkt gebaut werden darf.
Quellen: Rosstat: Ergebnisse der Volkszählung 2021, Tabelle 5 (Archivkopie); Wikidata: Zensusdaten 2010 und Koordinaten der Orte; Sapowednoje Pribaikalje: Geschichte des Pribaikalski-Nationalparks; Große Sowjetische Enzyklopädie: Baikal; ergänzend russischsprachige Wikipedia-Artikel zu Sljudjanka, Baikalsk, Sewerobaikalsk und dem Zellstoffwerk Baikalsk. Stand: Oktober 2026.
Alle Seiten dieser Station
Olchon: die größte Insel im Baikalsee
Steppe, Lärchenwald und heilige Kaps am mittleren Westufer
Chuschir: Hauptort der Insel Olchon
Vom Fischwerksort zum Mittelpunkt der Insel am Kleinen Meer
Der Schamanenfelsen (Burchan) bei Chuschir
Marmorfelsen, Höhle und Heiligtum am Kap Burchan auf Olchon
Kap Choboi: die Nordspitze von Olchon
Marmorfelsen, Legende und Eis an der Nordspitze der Insel Olchon
Das Kleine Meer zwischen Olchon und Festland
Die flache Meerenge hinter Olchon: Inseln, Buchten, Sarma und Eis
Uschkani-Inseln: Liegeplätze der Baikalrobben
Vier Inseln auf dem Akademikerrücken mit dem größten Robbenliegeplatz
Irkutsk: Stadt an der Angara und Tor zum Baikal
Vom Kosakenfort zur Hauptstadt der Oblast und zum Zentrum der Baikalforschung
Listwjanka: Dorf am Ausfluss der Angara
Werftdorf, Forschungsort und Ausflugsziel am Ausfluss der Angara
Ulan-Ude: Hauptstadt Burjatiens
Vom Kosakenlager Udinskoje zur Hauptstadt der Republik Burjatien
Halbinsel Swjatoi Nos
Das Bergmassiv am Ostufer, das einmal eine Insel war
Baikalsee und Russland: Oblast Irkutsk, Burjatien und wem der See gehört
Zwei Regionen, ein Schutzgesetz und der Staat als Eigentümer
Der Baikalsee in Sibirien: Lage, Landschaft, Großraum
Wo der See in Sibirien liegt und welche Landschaften ihn umgeben
Inseln im Baikalsee: Olchon, Uschkani, Ogoi und mehr
Von der Steppeninsel Olchon bis zur schmalen Sandinsel Jarki im Norden
