Diese Seite beantwortet die 50 meistgestellten Fragen zum Baikalsee in kurzen, geprüften Antworten. Die drei wichtigsten vorweg: Der See ist an seiner tiefsten Stelle 1.642 Meter tief, er enthält rund 20 Prozent des flüssigen Oberflächen-Süßwassers der Erde, und für Russland gilt derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.
Wie ist diese Fragen-Seite aufgebaut?
Die 50 Fragen sind nach den sieben Stationen dieses Atlas geordnet. Jede Antwort beantwortet die Frage im ersten Satz und lässt sich ohne die anderen verstehen. Wo es zu einem Thema eine ausführliche Fachseite gibt, führt ein Link dorthin. Alle Zahlen sind portalweit einheitlich; wo Quellen voneinander abweichen, nennen wir eine Spanne.
- Der See: Fragen 1 bis 13 (Tiefe, Alter, Entstehung, Wasser, Lage)
- Eis und Winter: Fragen 14 bis 22
- Natur und Tiere: Fragen 23 bis 30
- Orte und Olchon: Fragen 31 bis 35
- Kultur und Geschichte: Fragen 36 bis 40
- Wissenschaft und Umwelt: Fragen 41 bis 44
- Reise, jeweils mit Lagehinweis: Fragen 45 bis 50

Häufige Fragen zum Baikalsee: 50 Antworten
Wie tief ist der Baikalsee?
Der Baikalsee ist an seiner tiefsten Stelle 1.642 Meter tief, im Mittel rund 744 Meter. Die größte Tiefe liegt im mittleren Becken und stammt aus der Tiefenkarte des Projekts INTAS von 2002. Wie die Messwerte entstanden sind, erklärt die Seite zur Tiefe des Baikalsees.
Wie heißt der tiefste See der Welt?
Der tiefste See der Welt ist der Baikalsee mit 1.642 Metern. An zweiter Stelle folgt der Tanganjikasee in Ostafrika mit rund 1.470 Metern, ebenfalls ein Riftsee. Eine Rangliste mit Tiefen, Flächen und Entstehung bietet der Vergleich der tiefsten Seen der Welt.
Wie alt ist der Baikalsee?
Der Baikalsee ist nach heutigem Forschungsstand 25 bis 30 Millionen Jahre alt und damit der älteste bestehende See der Erde. Die meisten Seen sind nur einige Tausend bis Zehntausend Jahre alt, weil sie mit Sediment verlanden. Woher die Altersangaben stammen, beschreibt die Seite zu Alter und Entstehung des Baikalsees.
Warum ist der Baikalsee so tief?
Der See ist so tief, weil er in einem aktiven Grabenbruch liegt, der sich bis heute weiter absenkt. Unter dem Wasser lagern bis zu rund 7 Kilometer Sedimente; die Grabensohle liegt 8 bis 11 Kilometer unter der Oberfläche. Gletscher haben das Becken nie aufgefüllt. Mehr dazu auf der Seite zur größten Tiefe von 1.642 Metern. Ausführlich: Baikal-Riftzone.
Wie ist der Baikalsee entstanden?
Der Baikalsee ist in einem kontinentalen Riftgraben entstanden, in dem die Erdkruste auseinandergezogen wird und Schollen absinken. Warum sich die Kruste hier dehnt, wird noch erforscht; diskutiert werden Fernwirkungen der Kollision Indiens mit Asien und Vorgänge im Erdmantel. Details erklärt die Seite zur Entstehung im Baikal-Rift.
Wie viel Prozent des Süßwassers der Erde enthält der Baikalsee?
Der Baikalsee enthält rund 20 Prozent des flüssigen Oberflächen-Süßwassers der Erde, je nach Zählweise 19 bis 23 Prozent. Nicht gemeint ist alles Süßwasser: Der größte Teil steckt in Gletschern, Eisschilden und Grundwasser. Die Bezugsgröße erklärt die Seite über das Wasser des Baikalsees.
Wie groß ist der Baikalsee im Vergleich zum Bodensee oder zu Deutschland?
Mit 31.722 Quadratkilometern ist der Baikalsee rund 59-mal so groß wie der Bodensee und etwas größer als Belgien; das entspricht knapp 9 Prozent der Fläche Deutschlands. Beim Volumen ist der Abstand noch größer: Er fasst rund 490-mal so viel Wasser wie der Bodensee. Alle Werte stehen unter Zahlen und Fakten zum Baikalsee.
Wo liegt der Baikalsee?
Der Baikalsee liegt in Südsibirien in Russland, nördlich der Mongolei, zwischen etwa 51,5 und 55,8 Grad nördlicher Breite. Das Westufer gehört zur Oblast Irkutsk, das Ostufer zur Republik Burjatien. Orte, Inseln und Bahnlinien zeigt die Karte des Baikalsees.
Wem gehört der Baikalsee?
Der Baikalsee gehört zur Russischen Föderation und ist Staatseigentum. Seit 1999 regelt ein eigenes Bundesgesetz seinen Schutz, und seit 1996 ist er UNESCO-Welterbe. Verwaltet wird er von zwei Regionen: der Oblast Irkutsk im Westen und der Republik Burjatien im Osten. Mehr dazu unter Baikalsee und Russland.
Was ist das Geheimnis des Baikalsees?
Ein einzelnes Geheimnis gibt es nicht, wohl aber eine seltene Kombination: Der Baikalsee ist zugleich der tiefste, älteste und wasserreichste Süßwassersee der Erde und bis zum Grund sauerstoffreich. Deshalb konnten sich dort Tausende Arten entwickeln, die es nur in diesem See gibt. Einen Überblick gibt die Station Der Baikalsee.
Kann man das Wasser des Baikalsees trinken?
Im offenen See ist das Wasser sehr rein und mineralarm, eine Garantie für Trinkwasserqualität gibt es aber nicht. In Ufernähe, besonders an Siedlungen und Anlegestellen, gelangen Abwässer und Algen ins Wasser. Wer Seewasser trinken möchte, sollte es abkochen oder filtern. Hintergründe stehen auf der Seite zu Sichttiefe und Trinkwasser. Zur Belastung am Ufer: Abwasser und Algen am Ufer.
Wird der Baikalsee immer größer, und wird er einmal zum Ozean?
Der Grabenbruch weitet sich nach GPS-Messungen um rund 4 Millimeter pro Jahr, der See wird also sehr langsam breiter. Ob daraus in vielen Millionen Jahren ein Ozean entsteht, ist reine Spekulation; viele Riftzonen der Erde sind wieder zum Stillstand gekommen. Mehr dazu unter Alter und Entstehung. Mehr dazu: wie sich der Riftgraben öffnet. Außerdem: Erdbeben am Baikalsee.
Wie viele Flüsse fließen in den Baikalsee, und welcher fließt hinaus?
In den Baikalsee münden über 300 Flüsse und Bäche, genannt werden meist Zahlen zwischen 330 und 336. Die Selenga liefert allein rund die Hälfte des Zuflusses. Einziger Abfluss ist die Angara, die über den Jenissei ins Nordpolarmeer fließt. Die Wasserbilanz erklärt die Seite über Zuflüsse und Abfluss. Außerdem: die Angara als einziger Abfluss. Ausführlich: Selenga und die übrigen Zuflüsse.
Ist der Baikalsee zugefroren?
Der Baikalsee ist jedes Jahr etwa von Januar bis Mai zugefroren, im Herbst dagegen offen. Buchten und der Norden frieren früher zu, das Südbecken oft erst Mitte oder Ende Januar. Ende Oktober, zum Stand dieser Seite, ist der See eisfrei. Einen Überblick über den Eiswinter gibt die Station Eis und Winter.
Wann friert der Baikalsee zu, und wann taut er auf?
Je nach Becken friert der Baikalsee zwischen Dezember und Ende Januar zu und taut im Mai auf, im Norden teils erst im Juni. Der See gibt die im Sommer gespeicherte Wärme nur langsam ab, und Wind hält die Fläche lange offen. Den Zeitplan je Region zeigt die Seite zur Eissaison am Baikalsee.
Warum ist das Eis des Baikalsees so klar?
Das Eis ist so klar, weil sehr reines, mineralarmes Wasser bei strengem Frost und Windstille ruhig gefriert und kaum Luft einschließt. Die trockenen Winter bringen wenig Schnee, und der Wind fegt die Fläche oft blank. So entsteht durchsichtiges, dunkel wirkendes Eis. Die Physik dahinter erklärt die Seite zum Klareis.
Was sind die Blasen im Eis des Baikalsees?
Die weißen Scheiben im Eis sind eingefrorene Gasblasen, überwiegend Methan. Das Gas entsteht, wenn Mikroben abgestorbenes organisches Material im Seegrund abbauen; an manchen Stellen tritt es auch aus tieferen Quellen aus. Die Blasen steigen auf, frieren ein und bilden übereinanderliegende Schichten. Mehr dazu auf der Seite zu den Methanblasen im Eis.
Wie dick ist das Eis auf dem Baikalsee?
Im Mittel wird das Eis 0,5 bis 1,4 Meter dick, an aufgeschobenen Eishügeln mehr als 2 Meter. Die Dicke schwankt stark mit Region, Schneelage und Winter, und an Rissen, Strömungen und Eisringen kann das Eis deutlich dünner sein. Messwerte und Tragfähigkeit behandelt die Seite zu Eissaison und Eisdicke.
Kann man mit dem Auto über den Baikalsee fahren?
In manchen Wintern ja, aber nur auf behördlich freigegebenen und markierten Eispisten, vor allem zur Insel Olchon. Sie werden erst freigegeben, wenn das Eis dick genug ist, und gelten mit Gewichts- und Zeitbeschränkungen. Abseits davon brechen immer wieder Fahrzeuge ein. Regeln und Gefahren erklärt die Seite zu den Eisstraßen.
Wie entstehen die Eisringe auf dem Baikalsee?
Die dunklen Eisringe mit 5 bis 7 Kilometern Durchmesser entstehen über warmen Wasserwirbeln, die sich unter dem Eis im Uhrzeigersinn drehen. Am Wirbelrand bringt stärkere Strömung 1 bis 2 Grad wärmeres Wasser heran und dünnt das Eis aus. Die frühere Erklärung durch aufsteigendes Methan gilt heute als unwahrscheinlich. Mehr dazu unter Eisringe auf dem Baikalsee.
Warum knackt und donnert das Eis?
Das Eis knackt, weil es sich bei Temperaturwechseln zusammenzieht und wieder ausdehnt. Dabei reißen kilometerlange Spalten mit lautem Knall auf, und an anderen Stellen werden Schollen gegeneinandergedrückt und türmen sich zu Wällen auf. Besonders laut ist das in klaren, kalten Nächten. Wie daraus Eishügel werden, beschreibt die Seite zu den Eishügeln (Torossy). Ausführlich: Eisrisse und Geräusche.
Friert der Baikalsee wegen des Klimawandels später zu?
Im langjährigen Mittel ja: Die Beobachtungen in Listwjanka seit 1869 zeigen, dass der See dort später zufriert und die Eisdecke kürzer hält als im 19. Jahrhundert. Der Trend ist aber nicht in allen Beckenteilen und Jahrzehnten gleich. Das Oberflächenwasser hat sich seit 1946 um rund 1,2 °C erwärmt. Mehr dazu unter Klima und Jahreszeiten. Ausführlich: Eisdauer im Wandel.
Welche Tiere gibt es nur am Baikalsee?
Nur im Baikalsee leben unter anderem die Baikalrobbe, die Golomjankas, der Omul, viele Groppenarten, über 350 Arten und Unterarten von Flohkrebsen und besondere Süßwasserschwämme. Insgesamt kennt man über 2.500 Tierarten; je nach Gruppe sind zwei Drittel bis über 80 Prozent endemisch. Einen Überblick gibt die Station Natur und Tiere. Ausführlich: Endemiten des Baikalsees.
Wie kam die Robbe in den Baikalsee?
Sicher geklärt ist das nicht. Die Baikalrobbe ist eng mit der Ringelrobbe des Nordpolarmeers verwandt; wahrscheinlich wanderten ihre Vorfahren in einer Kaltzeit über Flusssysteme wie Jenissei und Angara oder die Lena ein. Wann das geschah, ist in der Forschung umstritten. Mehr dazu auf der Seite zur Baikalrobbe (Nerpa).
Wie viele Baikalrobben gibt es?
Die Weltnaturschutzunion IUCN schätzt den Bestand auf 82.500 bis 115.000 Tiere, russische Zählungen kamen 2015 auf rund 129.000, eine Angabe von 2024 sogar auf 150.000 bis 160.000. Robben im See genau zu zählen ist schwierig, deshalb weichen die Ergebnisse stark voneinander ab. Die IUCN stuft die Art als nicht gefährdet ein. Zählungen und Bedrohungen behandelt die Seite zur Nerpa im Baikalsee.
Was ist ein Omul, und darf man ihn noch fangen?
Der Omul ist eine nur im Baikalsee lebende Maränenart und war lange der wichtigste Speisefisch der Region. Weil die Bestände stark zurückgingen, ist der kommerzielle Fang seit dem 1. Oktober 2017 verboten, und das Verbot gilt weiter. Fischereiforscher meldeten 2026 eine Erholung der Bestände und halten eine begrenzte Öffnung ab 2028 für möglich. Mehr unter Natur und Tiere. Ausführlich: Omul und Fangverbot.
Warum ist die Golomjanka durchsichtig?
Die Golomjanka wirkt durchsichtig, weil ihr Körper keine Schuppen hat, kaum Farbstoff enthält und sehr fettreich ist. Die beiden Golomjanka-Arten leben im freien Wasser bis in große Tiefen und bringen lebende Junge zur Welt. Sie sind die häufigsten Fische des Sees und die Hauptnahrung der Baikalrobbe. Ausführlich: Golomjanka, der Ölfisch der Tiefe.
Was macht das Wasser des Baikalsees so sauber?
Vor allem die Nährstoffarmut und der geringe Gehalt an Schwebstoffen machen das Wasser so klar. Hinzu kommt der winzige Ruderfußkrebs Epischura baikalensis, der im offenen See 80 bis 90 Prozent der Zooplankton-Biomasse stellt und Algen frisst. Wie groß sein Anteil an der Klarheit ist, ist nicht genau beziffert. Mehr dazu unter Sichttiefe und Reinheit. Mehr dazu: der Krebs Epischura.
Gibt es Haie oder gefährliche Tiere im Baikalsee?
Nein, Haie gibt es im Baikalsee nicht, er ist ein reiner Süßwassersee. Auch sonst leben im Wasser keine für Menschen gefährlichen Tiere. Gefährlich sind eher das kalte Wasser, plötzliche Stürme und das Eis. An Land kommen Braunbären vor, und Zecken können FSME übertragen. Was beim Schwimmen zu beachten ist, steht auf der Seite zur Wassertemperatur und zum Baden. An Land: Braunbären am Baikalsee.
Seit wann ist der Baikalsee UNESCO-Welterbe?
Der Baikalsee ist seit 1996 UNESCO-Welterbe. Er erfüllt alle vier Naturkriterien (vii bis x), also landschaftliche Schönheit, geologische Bedeutung, laufende Evolution und Artenvielfalt. Das Schutzgebiet umfasst rund 8,8 Millionen Hektar, den See und Teile der Uferlandschaft. Die Schutzgebiete am See stellt die Station Natur und Tiere am Baikalsee vor. Ausführlich: UNESCO-Welterbe Baikalsee.
Wie kommt man auf die Insel Olchon?
Im Sommer verbindet eine Autofähre bei Sachjurte das Festland über die Meerenge Olchonskije Worota mit der Insel. Im Winter wird, wenn das Eis trägt, eine Eispiste freigegeben; in den Übergangszeiten mit dünnem Eis verkehren Luftkissenboote. Lage und Größe der Insel beschreibt die Seite zu den Inseln im Baikalsee. Mehr zur Insel Olchon.
Was ist der Schamanenfelsen?
Der Schamanenfelsen, auch Schamanka oder Kap Burchan genannt, ist ein zweigipfliger Felsen an der Westküste der Insel Olchon nahe dem Dorf Chuschir. Für die Burjaten ist er ein heiliger Ort; der Überlieferung nach wohnt in seiner Höhle die Gottheit Burchan. Er gilt als bekanntestes Wahrzeichen des Sees. Mehr über die Insel unter Olchon und die Inselwelt. Ausführlich: Schamanenfelsen bei Chuschir.
Was ist das Kleine Meer?
Das Kleine Meer ist die Meerenge zwischen der Insel Olchon und dem Westufer, rund 70 Kilometer lang und 5 bis 16 Kilometer breit. Es ist flacher als der offene See, an der tiefsten Stelle rund 210 Meter tief, und erwärmt sich im Sommer stärker. Im Winter ist es für sein klares Eis bekannt. Seine Lage zeigt die Baikalsee-Karte. Ausführlich: Kleines Meer.
Wie viele Menschen leben am Baikalsee?
Eine verlässliche Gesamtzahl gibt es nicht, weil die Ufergemeinden in zwei Regionen liegen und unterschiedlich abgegrenzt werden. Direkt am Ufer liegen nur kleinere Städte wie Sljudjanka mit rund 18.000 Einwohnern, Baikalsk und Sewerobaikalsk. Die Großstädte Irkutsk mit rund 620.000 Einwohnern und Ulan-Ude liegen nicht am See. Mehr unter Oblast Irkutsk und Burjatien. Überblick: Orte am Baikalsee. Zur Republik Burjatien.
Wie weit ist Irkutsk vom Baikalsee entfernt?
Irkutsk liegt rund 65 bis 70 Kilometer vom Baikalsee entfernt, gemessen bis zum Ausfluss der Angara bei Listwjanka. Die Stadt liegt an der Angara, nicht am See selbst. Weiter nach Norden, etwa zur Fähre nach Olchon, sind es deutlich größere Entfernungen. Die Lage zeigt die Karte mit Orten und Bahnlinien. Mehr zur Stadt: Irkutsk.
Wer sind die Burjaten?
Die Burjaten sind ein mongolisches Volk und die größte nationale Minderheit in Sibirien; bei der russischen Volkszählung 2021 wurden 460.053 Burjaten gezählt. Die meisten leben in der Republik Burjatien, in der Oblast Irkutsk und in Transbaikalien. Neben Burjatisch sprechen sie vor allem Russisch, viele sind Buddhisten. Mehr unter Baikalsee und Russland. Ausführlich: Die Burjaten.
Welche Rolle spielt der Schamanismus am Baikalsee?
Der Schamanismus ist die traditionelle Religion der Burjaten und am See bis heute lebendig, oft neben dem Buddhismus. Der Baikal gilt als heiliger See, und die Insel Olchon als spirituelles Zentrum. Sichtbar sind Opferpfähle, sogenannte Serge, und bunte Bänder an heiligen Orten. Den Natur- und Kulturraum ringsum beschreibt die Seite Der Baikalsee in Sibirien. Ausführlich: Schamanismus am Baikalsee.
Was ist die Circum-Baikal-Bahn?
Die Circum-Baikal-Bahn ist eine 89 Kilometer lange Bahnstrecke am Südwestufer zwischen Sljudjanka und Port Baikal, gebaut 1902 bis 1904 als Teil der Transsib. Wegen zahlreicher Tunnel und Brücken am steilen Ufer war sie sehr teuer. Seit eine kürzere Strecke über das Gebirge gebaut wurde, ist sie nur noch eine Nebenbahn. Mehr dazu unter Rundreise am Baikalsee. Ausführlich: Circum-Baikal-Bahn.
Fährt die Transsib am Baikalsee entlang?
Ja. Die Transsibirische Eisenbahn verläuft auf rund 207 Kilometern am Südufer des Sees entlang, von Sljudjanka nach Osten in Richtung Ulan-Ude. Irkutsk liegt rund 5.200 Bahnkilometer von Moskau entfernt. Im Norden berührt zudem die Baikal-Amur-Magistrale bei Sewerobaikalsk den See. Beide Strecken zeigt die Karte des Baikalsees. Ausführlich: Transsib am Baikalsee.
Welche Legenden gibt es über den Baikalsee?
Bekannt ist die Sage von Angara, der Tochter des Baikal, die zu ihrem Geliebten Jenissei floh; der Vater schleuderte ihr einen Felsen nach, den Schamanenstein am Angara-Ausfluss. Eine andere Legende besagt, ein Teil des Goldschatzes der Weißen Armee sei 1919/1920 im See versunken. Belegt ist das nicht, ebenso wenig Erzählungen von Seeungeheuern. Ausführlich: Legenden und Mythen des Baikalsees. Außerdem: das Zarengold.
Warum gibt es im Baikalsee ein Neutrinoteleskop?
Im Südbecken steht mit Baikal-GVD eines der größten Neutrinoteleskope der Welt, weil der See tief, klar und dunkel ist. Das Wasser schirmt störende Teilchen ab, und das Eis dient im Spätwinter als Arbeitsplattform, um die Messketten zu versenken. Bis 2024 war die Anlage auf gut die Hälfte des geplanten Kubikkilometers angewachsen. Ausführlich: Neutrinoteleskop Baikal-GVD.
Ist der Baikalsee verschmutzt?
Der offene See ist weiterhin sehr sauber, in der Uferzone gibt es aber deutliche Belastungen. Seit etwa 2010 wachsen an vielen Ufern Fadenalgen der Gattung Spirogyra stark, endemische Schwämme erkranken und sterben ab. Als wichtige Ursache gilt ungeklärtes Abwasser aus Siedlungen und Tourismus. Mehr dazu unter Reinheit des Baikalwassers. Ausführlich: Umweltprobleme des Baikalsees.
Trocknet der Baikalsee aus?
Nein. Der See enthält rund 23.615 Kubikkilometer Wasser, und sein Spiegel schwankt nur um etwa einen Meter. Seit dem Aufstau der Angara in den 1950er-Jahren wird er über das Irkutsker Wasserkraftwerk reguliert. In den trockenen Jahren 2014 bis 2017 sank er unter die gesetzlich festgelegte Mindestmarke, ein Austrocknen droht aber nicht. Mehr unter das Wasser des Baikalsees. Ausführlich: Wasserstand und Staudamm.
Was war das Zellstoffwerk Baikalsk?
Das Zellstoffwerk in Baikalsk am Südufer ging 1966 in Betrieb, bleichte mit Chlor und leitete Abwasser in den See; es galt als größter Verschmutzer des Baikals. Nach einer Schließung 2008 und Wiederinbetriebnahme 2010 wurde es 2013 nach einem Konkurs endgültig stillgelegt. Die Schlammbecken mit Ligninresten bleiben eine Altlast. Mehr zur Umweltpolitik unter Baikalsee und Russland. Ausführlich: Zellstoffwerk Baikalsk.
Kann man derzeit zum Baikalsee reisen?
Das Auswärtige Amt warnt mit Stand 21. Oktober 2026 vor Reisen in die Russische Föderation; die Warnung gilt auch für den Baikalsee. Genannt werden unter anderem Drohnenangriffe, die Gefahr willkürlicher Festnahmen und eingeschränkte konsularische Hilfe. Ein Verbot ist das nicht. Alle Kernpunkte fasst die Seite zur Reiselage und Reisewarnung zusammen.
Wann ist die beste Reisezeit für den Baikalsee?
Für das Eis gelten Februar und März als typische Zeit, für Sommer und Wasser die Monate Juli und August. Im Herbst wird es stürmisch, im Frühjahr ist das Eis brüchig. Die Jahreszeiten beschreibt die Seite Klima am Baikalsee. Für Russland gilt derzeit eine Reisewarnung, Details unter Reiselage.
Kann man im Baikalsee baden, und wie warm wird das Wasser?
Baden ist im Juli und August möglich, aber kurz: Der offene See erreicht an der Oberfläche höchstens rund 16 °C, flache Buchten 20 bis 24 °C. Ab etwa 300 Metern Tiefe bleibt das Wasser ganzjährig bei 3,1 bis 3,4 °C. Mehr unter Wassertemperatur und Baden; zur Reisewarnung siehe aktuelle Lage.
Wie kommt man zum Baikalsee, etwa von Moskau aus?
Von Moskau führen Inlandsflüge nach Irkutsk oder Ulan-Ude, alternativ fährt die Transsib rund 5.200 Kilometer bis Irkutsk, eine Fahrt von mehreren Tagen. Direkte Flüge zwischen der EU und Russland gibt es nicht mehr, Deutsche brauchen ein Visum, und es gilt eine Reisewarnung. Einzelheiten stehen auf der Seite zur Reiselage am Baikalsee. Zur Bahnstrecke: Transsib am Baikalsee.
Kann man auf dem Baikalsee Boot fahren?
Ja, in der eisfreien Zeit etwa von Juni bis in den Herbst verkehren Fähren, Ausflugsschiffe und kleine Boote, unter anderem zur Insel Olchon. Die Bedingungen ändern sich schnell: Herbststürme erzeugen hohe Wellen, und das Wasser ist auch im Sommer kalt. Zur Reisewarnung des Auswärtigen Amts siehe die Seite Reiselage.
Kann man im Baikalsee tauchen?
Ja, der Baikalsee ist wegen seiner Klarheit, der Steilwände und der endemischen Schwämme ein bekanntes Ziel für Kaltwassertaucher, im Winter auch für Eistauchgänge. Nötig sind ein Trockenanzug und Erfahrung im kalten Wasser. Bedingungen beschreibt die Seite Tauchen im Baikalsee; zur Reisewarnung siehe Reiselage.
Quellen: Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise Russische Föderation, Stand 21.10.2026; NASA Earth Observatory, Baikal’s Giant Ice Rings; NASA Earth Observatory, Ice Melting on Lake Baikal; Timoshkin et al. 2016, Journal of Great Lakes Research; Baikal-GVD Collaboration 2025, arXiv; Interfax, Omul-Bestand, 10. Juni 2026. Stand: Oktober 2026.
